Nachhaltige, klimaschonende Mobilitšt

Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V. (projekt.nachhaltiges-sachsen.de)


  • kooperativ
  • unterstützend
  • vernetzend
Website zum Projekt »Stärkung zivilgesellschaftlicherund unternehmerischer Akteure zur Gestaltungnachhaltiger Entwicklung in Sachsen«

Nachhaltige und klimaschonende Mobilität


Tätigkeitsschwerpunkte

Wir setzen uns für die Verkehrswende in Sachsen ein, indem wir lokal und im bundesweiten Austausch die Vernetzung von Akteuren und den Transfer guter Ideen fördern. Zentrale Ziele sind:
  • die Sicherung einer umweltverträglichen, multimodalen Mobilität für alle, besonders auch im ländlichen Raum
  • die Optimierung des Pendlerverkehrs zwischen Städten und ihrem regionalen Umfeld
  • die effektivere Bewältigung des Güterverkehrs innerhalb der Städte
Auch Initiativen, die Ergänzungen zu den Planungen der Kommunen und Verkehrsunternehmen bieten – beispielsweise durch Sharing-Lösungen, Lastenräder oder Mitfahr-Apps – haben hier eine große Bedeutung.



Online-Konferenz „Mobilität im ländlichen Sachsen“


12/2020
Erreichbarkeit und Mobilität spielen im ländlichen Raum eine große Rolle: Sie beeinflussen maßgeblich die Attraktivität ländlicher Gebiete für Menschen und Unternehmen. Wie ist unter diesen Vorzeichen eine nachhaltige, klimaschonende Mobilitätswende möglich, durch die nicht alle Bürger:innen auf ein eigenes Kraftfahrzeug angewiesen sind? Dies haben wir am 26.11.2020 auf der Online-Konferenz „Mobilität im ländlichen Sachsen“ mit etwa 55 Teilnehmer:innen aus Politik, Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutiert. Anhand von Best-Practice-Beispielen aus verschiedenen Regionen wurde sich zu Chancen und Herausforderungen einer sozial-ökologischen Mobilitätswende ausgetauscht, um auch außerhalb der großen Städte mehr Lebensqualität und Klimaschutz zu ermöglichen.

Zur Einführung gab Udo Becker, Professor für Verkehrsökologie an der TU Dresden, einen Überblick zum Thema und machte die Notwendigkeit deutlich, vom Fokus auf das eigene Fahrzeug wegzukommen: „Wenn man alle ungedeckten externen Kosten für Lärm, Abgas, Klimawandel, Fläche usw. zusammenrechnet, dann verursacht ein mittlerer ein privater Pkw jedes Jahr Kosten von rund 2.000 Euro. Und diese Kosten zahlen andere Menschen, andere Länder und andere Generationen. Das ist in höchstem Maße ungerecht und unökonomisch. Unter den heutigen Bedingungen erscheinen die ungedeckten Kosten des ÖPNV als hoch, aber das nur deshalb, weil der ÖPNV mehr von seinen gesamten internen und externen Kosten selber trägt. Aus gesellschaftlicher Sicht ist der private Pkw das viel ineffizientere Verkehrsmittel.“

Vor allem aber betonte Prof. Becker, dass Mobilität mehr sei als die Wahl zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln, und dass das Thema eine ganzheitliche gesellschaftliche Herangehensweise brauche: „Für eine echte Mobilitätswende dürfen wir nicht nur fragen, wie man am besten und am schnellsten und am billigsten von A nach B kommt. Denn wenn wir Verkehr immer nur billiger und attraktiver machen, dann erzeugt man am Ende nur immer mehr Verkehr – und die nahen, kleinräumigen, umweltschonenden Strukturen werden zerstört. Wir müssen stattdessen fragen, welche Bedürfnisse die Menschen mit der Mobilität abdecken wollen – und wie wir diesen Bedürfnissen sozialer, effizienter und klimaschonender gerecht werden.“
Vor diesem Hintergrund wurden auf der Konferenz anschließend Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Bereichen in Impulsvorträgen präsentiert. Ron Böhme vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund konnte zeigen, wie das Projekt „Muldental in Fahrt“ durch engere Fahrplantaktungen und eine Ausweitung des ÖPNV-Netzes beachtliche Steigerungen der Fahrgastzahlen erreichen konnte. Maik Förster vom CV Oberlichtenau e.V. stellte das Konzept der „Mitfahrbänke“ als konkretes und unkompliziertes Praxisbeispiel zur Schaffung von Mitfahrgelegenheiten vor und lädt zum Nachmachen ein – Informationen und Material zum einfachen Nachbauen für die eigene Strecke gibt es auf der Website des CV Oberlichtenau

Johannes Ommeln von der JobRad GmbH erläuterte anschließend, wie Dienstfahrräder oder Dienst-Pedelecs zunehmend eine klimaschonende, ökonomisch sinnvolle und angenehme Alternative zum Dienstauto werden. Zuletzt berichtete Werne Schreiner vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar aus seinem großen Erfahrungsschatz zur Reaktivierung von Bahnstrecken. Anschließend tauschten sich die Teilnehmer:innen in zwei Workshops zu den gehörten Impulsen und aktuellen Themen aus der eigenen Arbeit aus. Deutlich wurde dabei, wie groß das Potenzial im Bereich der ländlichen Mobilität in Sachsen ist, dass seiner Ausschöpfung im Alltag aber auch viele Hindernisse im Weg stehen. Als zentrales Ergebnis der Konferenz steht daher – neben vielen konkreten Anregungen – das Vorhaben fest, in Zukunft intensiver zusammenzuarbeiten und Erfahrungen auszutauschen.

Dafür wird sich auch das vom Landesverband Nachhaltiges Sachsen koordinierte „Netzwerk Verkehrswende für Sachsen“ weiter einsetzen, das die Eckpunkte für ein zukunftsfähiges, mobiles Sachsen in seinem Positionspapier beschreibt. Dies finden Sie, zusammen mit dem Programm der Konferenz, hier zum Nachlesen:

Positionspapier
Programm
Die Ergebnisse der Workshops

  • A) Ausbau des Grundnetzes des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum

  • B) Verbesserung der Verknüpfung der Verkehrsarten

stehen ebenfalls zum Nachlesen bereit:

Workshop-Dokumentation
Selbstgebaute und häufig genutzte Mitfahrbank in Pulsnitz (Foto: Maik Förster)
Selbstgebaute und häufig genutzte Mitfahrbank in Pulsnitz (Foto: Maik Förster)



Pressekonferenz: Für eine nachhaltige Verkehrswende


09/2020
Am 22. September 2020 haben wir auf einer Pressekonferenz des „Netzwerk Verkehrswende für Sachsen“ im Sächsischen Landtag einen stärkeren Einsatz der Landesregierung für nachhaltige Mobilität gefordert.

„Der ÖPNV ist das Rückgrat nachhaltiger Mobilität in Sachsen“, sagte dazu Laurenz Heine vom VCD Landesverband Elbe-Saale. „Umso mehr braucht es auch in der Fläche eine Plus-Bus-Anbindung im Stundentakt und intelligent abgestimmte Umsteigemöglichkeiten.“ Zum Thema Radverkehr betonte Konrad Krause vom ADFC Sachsen: „Es gibt in Sachsen ausreichend Fördergelder, die ungenutzt herumliegen. Jetzt braucht es schleunigst zusätzliches Personal, um Radwege zu planen und endlich umzusetzen, was eigentlich längst beschlossene Sache ist.“ Der Landesregierung fehle beim Thema Verkehrswende noch immer ein angemessenes Problembewusstsein.
Ralf Elsässer vom Landesverband Nachhaltiges Sachsen ergänzte: „Nachhaltige Mobilität ist kein optionales ‚Komfort-Thema‘, sondern von entscheidender Bedeutung – für das Klima und besonders auch für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen im ländlichen Raum.“

In den kommenden Wochen planen wir eine intensive Auseinandersetzung mit zuständigen Verkehrspolitikerinnen und -politikern und setzen dafür auf die vereinten Kräfte unserer Bündnispartner. „Dass Verbände aus ganz verschiedenen Mobilitätsbereichen gemeinsam für nachhaltige Ziele kämpfen, ist tatsächlich ein Quantensprung in der Zusammenarbeit für zukunftsfähige Mobilität“, sagte dazu Ralf Elsässer in der Pressekonferenz.
Wie konkrete Maßnahmen für eine sozial-ökologische Verkehrswende in Sachsen aussehen können, steht im gemeinsamen Positionspapier des Netzwerks Verkehrswende für Sachsen.



Bündnis im Aufbau: Netzwerk Verkehrswende für Sachsen


07/2020
In den zurückliegenden Monaten fanden Treffen und Gespräche mit verschiedenen Akteuren aus dem Bereich der nachhaltigen Mobilität in Sachsen statt. Darunter waren:

  • ADFC Sachsen e.V.
  • BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V.
  • Bundesverband eMobilität e.V.
  • Deutscher Bahnkunden-Verband e.V.
  • Fahrgastverband Pro Bahn e.V.
  • FUSS e.V.
  • Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.
  • Verkehrsclub Deutschland e.V.
  • Verkehrswende in Kleinen Städten e.V.

Bislang gab es keinen organsierten Austausch zwischen den Akteuren der einzelnen Mobilitätsbereiche. Aus diesem Grund wurde Anfang Juli 2019 das Netzwerk Verkehrswende für Sachsen als loses Bündnis der aufgeführten Vereine und Verbände ins Leben gerufen, um Stimmen für eine nachhaltige, klimaschonende Mobilität zu bündeln.
Auf Initiative des Landesverbands Nachhaltiges Sachsen wurde das Positionspapier „Die Verkehrswende im Freistaat Sachsen gestalten und mit Leben erfüllen“ erarbeitet:

zum Positionspapier
Zentrale Forderungen sind:
  • eine landesweit einheitliche und leicht verständliche Gestaltung des Sachsentarifs
  • eine landesweite ÖPNV-Anbindung mindestens im Stundentakt durch intelligente Abstimmung des Sachsentakts, ergänzt durch ein flächendeckendes Plus-Bus-System
  • eine attraktive Verknüpfung von Verkehrsangebote wie Zug, Bus, Fahrrad und Carsharing durch Mobilitätsstationen an Bahnhöfen und anderen Haltepunkten
  • die Förderung dynamischer, digitaler Lösungen zur gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugen in Fahrgemeinschaften, Carsharing-Angeboten etc.
  • die Stärkung des Radverkehrs in Sachsen durch neue Rad(schnell)wege und ein Förderprogramm für E-Bikes



Fachliche Beratung


Fritjof Mothes
Mitbetreiber des Planungsbüros
StadtLabor
Matthias Reichmuth
Geschäftsführer am
Leipziger Institut für Energie GmbH

Partner im Netzwerk

ADFC Sachsen e.V.
Interessenvertretung für Radfahrerinnen und Radfahrer
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V.
Einsatz für Biodiversität, Klimaschutz und Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern
Bundesverband eMobilität e.V.
Verbesserung der Rahmenbedingungen zum Ausbau der Elektromobilität
Deutscher Bahnkunden-Verband e.V.
Interessenvertretung für Kundinnen und Kunden der Bahn und Förderung des Bahnverkehrs
Fahrgastverband Pro Bahn e.V.
Interessenvertretung für Fahrgäste im öffentlichen Fern- und Nahverkehr
FUSS e.V. – Fachverband Fußverkehr Deutschland
Interessenvertretung für Fußgängerinnen und Fußgänger
Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.
Kampagnen und Aktionen für starken Umweltschutz in Leipzig
teilAuto – Carsharing in Mitteldeutschland
Carsharing-Angebote für eine nachhaltigere Mobilität
Verkehrsclub Deutschland e.V.
Einsatz für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität.
Verkehrswende in Kleinen Städten e. V.
Stärkung des Umweltverbundes in Klein- und Mittelstädten
 

 

Adresse
Landesverband
Nachhaltiges Sachsen e.V.
Schützengasse 16-18
01067 Dresden
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Förderung
Das Projekt „Stärkung zivilgesellschaftlicher und unternehmerischer Akteure zur Gestaltung nachhaltiger Entwicklung in Sachsen“ wird gefördert mit Mitteln des Freistaats Sachsen im Rahmen der Förderrichtlinie für Besondere Initiativen.
Sächsisches Staatsministerium
für Energie, Klimaschutz,
Umwelt und Landwirtschaft